Guinness Storehouse

Guinness Storehouse: 250 Jahre Unternehmensgeschichte

Guinness Storehouse

Hierzulande ist der 17. März ein Tag wie jeder andere. Wer sich jedoch an diesem Tag in Irland aufhält, findet sich in einem Meer von Grün und feiernden Menschen wieder. Denn heute ist St. Patrick’s Day. Jährlich reisen über 100.000 Besucher aus aller Welt allein für die Parade in Dublin an. Und wenn man schon einmal in Dublin ist, dann sollte man auf keinen Fall einen Besuch im Guinness Storehouse verpassen.

Angefangen hat alles im Jahr 1759, als Arthur Guinness einen 9.000-jährigen Pachtvertrag für ein Grundstück am Liffey Fluss unterzeichnete. Mittlerweile sind 259 Jahre vergangen und aus der damals schäbigen und heruntergekommenen Brauerei hat sich ein riesiges Areal entwickelt. Hier ist die Heimat des bekanntesten irischen Biers: Guinness. Zum 250. Geburtstag hat die Traditionsmarke eine Ausstellung im Guinness Storehouse bekommen, welche die Geschichte des Unternehmens und der Marke erzählt. So kann man den Originalpachtvertrag von Arthur Guinness heutzutage – und für die nächsten 8.741 Jahre – im Atrium des Museums begutachten. Beim anschließenden Rundgang durch die ehemalige Fermentationsanlage erlebt man durch historische Gemälde, Bilder, Fässer, Maschinen und Werkzeuge den Werdegang und die Entwicklung der Guinness Brauerei hautnah. Man taucht regelrecht ein in über 250 Jahre Unternehmensgeschichte.

Jährlich erkunden über 1,7 Millionen Besucher die sieben Stockwerke des Guinness Storehouse. Damit ist das Museum Irlands beliebtestes Ausflugsziel. Und es bietet seinen Besuchern auch ein wirklich einzigartiges Erlebnis. Wo sonst kann ich das größte Guinnessglas der Welt mit 14,3 Millionen Pints (sprich: 8,1 Millionen Liter) Fassungsvermögen bestaunen? Wo sonst kann ich lernen, wie man das perfekte Pint Guinness zapft? Und wo sonst kann ich mich mit einem Glas Irish Stout zurücklehnen und in 46 Meter Höhe die Aussicht über ganz Dublin genießen (sofern das irische Wetter keinen Strich durch die Rechnung macht)?

Das Guinness Storehouse: Ein Erlebnis für alle Sinne

 

Ein Highlight der Museumstour sind zweifellos die Guinness Tasting Rooms. Hier kann ich die unterschiedlichen Biersorten nicht nur schmecken, sondern auch riechen. Aus Fässern strömt der Duft von Hopfen, Gerste und Hefe. Umgeben von diesen Aromen werde ich in die Kunst des Trinkens von Guinness eingewiesen: Einatmen, durch den Schaum hindurch einen großen Schluck nehmen, ausatmen und den vielschichtigen, herben Geschmack genießen. Überhaupt ist das Zapfen und Trinken von Guinness eine Wissenschaft für sich. Denn damit sich die Aromen optimal entfalten können, gibt es eine genaue Schrittfolge beim Biereinschenken zu beachten:

  • Das Glas in einem 45 Grad Winkel am Zapfhahn ansetzen
  • Bis zum oberen Rand des Harfenlogos füllen
  • Das frisch gezapfte Bier 119,5 Sekunden lang setzen lassen
  • Auffüllen, sodass die Schaumkrone leicht über das Glas ragt
  • Einen großen Schluck nehmen und genießen!

 

Nur so bekommt man ein perfektes Pint Guinness. Sollten Sie also jemals im Pub ein schaumig braunes Guinness serviert bekommen, dann dürfen Sie dem Barkeeper gerne zeigen, wie das schwarze Kultbier richtig gezapft wird. Der berühmte Schaum des Guinness entsteht übrigens durch den Zapfvorgang. Hier wird dem Bier anstatt Kohlensäure Stickstoff beigefügt, was die typisch cremige Schaumkrone zur Folge hat, die bis zum letzten Schluck bestehen bleibt.

Überhaupt ist die Ausstellung ein interaktives Erlebnis für alle Sinne: Im einem riesigen Becken voller Gerste tauche ich meine Hände ein und fühle die Körner. Vom anderen Ende des Raumes vernehme ich das Rauschen des Wassers aus den Wicklow Mountains, das für den Brauvorgang verwendet wird. Und beim 360 Grad Ausblick der Gravity Bar über Dublin kann ich das tolle Farbspiel des “Schwarzen Golds” bestaunen. Denn wer genau hinschaut, der sieht, dass Guinness gar nicht schwarz ist, sondern eine tief rubinrote Nuance hat, die von der gerösteten Gerste stammt.

Das Guinness Storehouse lebt Unternehmensgeschichte

 

Nach 250 Jahren Unternehmensbestehen stellt sich natürlich die Frage, wie man eine Marke nach so langer Zeit wieder auffrischen kann. Guinness hat sich in Irland zwar als Kulturgut bewährt, der Marke fehlte dennoch das gewisse Etwas für seine Kunden und Angestellten. Und das gewisse Etwas hat Guinness im Näherbringen vom Traditionellen zum Modernen gefunden. In einem historischen Gebäude der Brauerei sollte ein moderner Begegnungsort für heimische Biertrinker, Touristen, Barkeeper und Angestellte entstehen. Die Idee des Guinness Storehouse war damit geboren.

Neben dem Guinness Storehouse bietet speziell das Guinness Archive Besuchern die Möglichkeit, die Vergangenheit des Unternehmens zu erforschen. An einer Wand reihen sich unzählige Guinnessflaschen aus den letzten 100 Jahren. Alte Bücher gewähren Einblick in die Entwicklung von Logos, Schriften, Flaschen und Gläsern. In vergilbten Heften sind Herstellungsprozesse und Lieferungen vermerkt. Und in einem Brau-Buch aus dem Jahr 1796 kann man Arthur Guinness’ originale Rezeptur für sein heutiges Kultbier bestaunen. Das Guinness Archive hat sich das Ziel gesetzt, die Sammlung rund um das Bier nach und nach zu vervollständigen. Man merkt also, im Guinness Storehouse wird Geschichte nicht nur hergezeigt, es wird auch aktiv an und mit ihr gearbeitet.

Fazit

 

Ich kann Ihnen einen Besuch im Guinness Storehouse nur empfehlen. Die interaktive Ausstellung ermöglicht einen einzigartigen Zugang zur Marke und zum Unternehmen. Genießen kann man das irische Kultgetränk auch abseits des Storehouse in einem der rund 770 Pubs in Dublin. Und natürlich gibt’s das Bier auch in heimischen Gaststätten und Supermärkten. Aber aus persönlicher Erfahrung kann ich Ihnen versichern, in Irland schmeckt das Guinness einfach am besten. In diesem Sinne, Happy St. Patrick’s Day und zum Wohl! Oder, wie der Ire sagt: Sláinte!

Guinness Storehouse

Facts zum Museum

Guinness Storehouse
St. James’s Gate, Dublin 8, Irland
Öffnungszeiten: täglich von 9.30 bis 19.00 Uhr geöffnet
(vom 24. bis 26. Dezember geschlossen)

Hier geht’s zum Guinness Storehouse

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Joelle Güfel

2 Kommentare
  • Joelle Güfel

    17.03.2018 um 14:34

    Nein, das grüne Bier ist eine amerikanische Erfindung, die seit ein paar Jahren auch bei heimischen Bieren Einzug gehalten hat. Die Iren selbst sind da eher traditionell veranlagt und halten sich ans dunkle Guinness, ohne viel Drumherum.
    Freut mich, dass dir der Beitrag gefällt! In diesem Fall, Sláinte!

  • Danke für den Beitrag – jetzt hab ich seit Jahren mal wieder Lust auf ein Guiness bekommen 🙂 Aber grünes Bier brauen die zum St. Patrick’s Day keines, oder?

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