historizing Blogpost Jahresrückblick 2020

Jahresrückblick 2020: Von harten Nüssen und weichen Rosinen

Ich esse für mein Leben gerne Schokolade. Meine absolute Lieblings-Sorte ist Milchschokolade mit karamellisierten Nüssen. Warum unbedingt karamellisiert? Sie knacken beim Kauen besonders geräuschvoll und sind ein toller Gegensatz zum zarten Schmelz der Schokolade. Vor kurzem habe ich mich in eine weitere Sorte verliebt: in Milchschokolade mit Nüssen und Rosinen. Als ich davon voller Freude naschte fiel mir auf, dass diese Sorte sinnbildlich für dieses besondere Jahr bei historizing steht. Denn 2020 gab es – wie auch bei vielen anderen Unternehmen – nicht nur ein paar harte Nüsse zu knacken. Glücklicherweise gab es auch einige weiche Rosinen zu picken. Davon erzähle ich hier in meinem Jahresrückblick 2020.

Jahresrückblick 2020: Welche harten Nüsse gab es zu knacken?

Was war in diesem Jahr besonders schwierig, was lief nicht so wie geplant? Und was war wirklich herausfordernd? An welchen harten Nüssen habe ich mir im Jahresrückblick 2020 mit historizing fast die Zähne ausgebissen?

 

> Homeoffice neben Homeschooling

Das, was viele dieses Jahr extrem herausforderte, das „sich selber Organisieren im Homeoffice“, war für mich keine grundsätzlich neue Erfahrung. Bevor ich 2017 ein Büro im Coworking Space bezog, arbeitete ich ausschließlich im Homeoffice. Das funktionierte damals schon gut. Und das lief auch 2020 im Corona-Lockdown problemlos.
Aber Homeoffice neben Homeschooling: Das war eine ganz neue Erfahrung! Anfangs war mein 9-jähriger Sohn ja noch motiviert, die Schulaufgaben halbwegs selbständig zu machen. Aber je länger der Lockdown dauerte, desto mehr brauchte er meine Hilfe. Und vor allem meine ungeteilte Aufmerksamkeit beim Schreiben und Rechnen. Daneben im Homeoffice arbeiten? Fehlanzeige! Und mit dieser Meinung bin ich keineswegs allein.

Fazit
Homeoffice neben Homeschooling war aus meiner Sicht unmöglich! Ich weiß heute noch nicht, wie man beides unter einen Hut bringen soll. Trotz vieler kluger Ratschläge im Internet habe ich mir an dieser harten Nuss 2020 fast die Zähne ausgebissen.

Homeoffice und Homeschooling parallel? Meiner Erfahrung nach unmöglich!

> Lockdown in Archiven und Bibliotheken

Zwei Monate Stillstand. Das bedeutete der Lockdown für öffentliche Archive und Bibliotheken. Die Projekte von historizing traf diese Anordnung der Regierung hart. Denn ohne ausgiebig in historischen Akten, Fotosammlungen und Zeitungen zu recherchieren und in einschlägiger Literatur zum Thema zu lesen geht’s nicht. Und das war leider zwischen Mitte März und Mitte Mai und nochmals von Mitte November bis Anfang Dezember 2020 der Fall.

Fazit
Verlorene Zeit für historizing und alle laufenden Projekte! In dieser Zeit hatte ich große Lust, Corona einfach einmal die Zunge rauszustrecken!

Im Lockdown blieben Archive und Bibliotheken geschlossen – unter anderen auch die Vorarlberger Landesbibliothek!

> Buch über historizing


Wenn man sieht, wie viele Bücher und Broschüren mit spannenden Firmengeschichten in den letzten Jahren mit historizing entstanden sind, dann müsste man meinen: Es ist doch nichts einfacher, als dass ich ein Buch über mein eigenes Tun bei historizing schreibe. Aber hier bewahrheitet sich leider der Spruch: Das eigene Handwerk leidet Not!

Seit 2016 habe ich über sechzig Blog-Beiträge rund um das Thema Unternehmensgeschichte geschrieben und öffentlich auf meiner Website geteilt. Schon länger möchte ich mein spezielles Wissen zu diesem Thema in einem eigenen Buch fassen. Ich sehe schon das fertige Cover vor mir, wie ich die Kapitel mit Texten fülle, aber einen Anfang finde ich nicht. Will heißen: Auch dieses Jahr bin ich wieder mit meinem Vorsatz gescheitert, ein Buch über mein eigenes Tun – also das Erforschen und Erzählen von Firmengeschichten zu schreiben – kläglich gescheitert. Mir ist klar geworden: Das eigene Buch schreibt sich nicht so einfach so „nebenher“! Es ist ein Projekt wie jedes andere, das Zeit für ausgiebiges und gründliches Sammeln, Recherchieren und Texten braucht.

Fazit
Leider ist das Schreiben eines eigenen Buches eine härtere Nuss als gedacht! 2021 bleibt dieser Wunsch somit weiterhin auf der todo-Liste von historizing.

Ein Buch über das Tun bei historizing schreiben? Das blieb auch 2020 ein schwieriges Vorhaben – deshalb gibt es an dieser Stelle auch kein Foto 🙂

Jahresrückblick 2020: Was waren die Rosinen?

Was lief in diesem Jahr gut? War etwas besser als erwartet oder sogar richtig genial? Und was waren im Jahresrückblick 2020 die Rosinen für historizing?

 

> Unglaublich treu!


Ich kann mich noch gut erinnern an einen meiner ersten Gedanken, als die Corona-Pandemie Vorarlberg und damit auch historizing erreichte: „Haben die Unternehmen jetzt noch Zeit und Geld, sich um ihre Firmengeschichte zu kümmern? Haben sie jetzt nicht ganz andere Themen, die ihnen jetzt wichtiger sind?“ Diese Fragen hörte ich auch immer wieder von besorgten Kollegen aus der Kreativbranche. Mir war klar: Die Corona-Pandemie und ihre Auswirkungen auf die Wirtschaft könnten zu einer echten Bewährungsprobe für historizing werden.

Und tatsächlich: Mit Beginn des ersten Lockdowns Mitte März blieb das Telefon ungewohnt still. In meinem E-Mail-Postfach landeten verdächtig wenig Nachrichten. Und neue Anfragen von potenziellen Kunden blieben sowieso aus. Also gespenstische Ruhe für mehrere Wochen! Mir war lange nicht klar: Sind das erste Anzeichen einer rückläufigen Nachfrage oder ist das nur eine vorübergehende Erscheinung?

Der Rückblick zeigt, dass die Sorgen gottseidank unbegründet waren. Meine Kunden sagten keines der geplanten Projekte wegen Corona ab. Im Gegenteil: Dem einen oder anderen Kunden fiel es nun leichter, sich um die eigene Firmengeschichte zu kümmern, weil er mehr Zeit hatte als normalerweise.

Fazit
Im Rückblick bin ich sehr dankbar, dass meine Kunden an ihren geplanten Projekten festgehalten haben. Wäre das nicht der Fall gewesen, dann wäre es für historizing wohl sehr eng geworden.

Ohne treue Kunden hätte historizing 2020 wohl ein schwieriges Jahr hinter sich.

> Erster Online-Kurs


Schon lange hatte ich mit dem Gedanken gespielt, einen eigenen Online-Kurs auf die Beine zu stellen und mein Wissen so einer noch größeren Zielgruppe zugänglich zu machen. Aber es gab zwei Hindernisse: Die Angst vor der Technik und die fehlende Zeit, mich mit allen Details zu beschäftigen. Das hielt mich lange davon ab, einen eigenen Kurs zusammenzustellen und online anzubieten.

Aber dann kam die Corona-Pandemie und ich spürte, dass mich ein Thema stark beschäftigte: Dass viele Unternehmen jetzt ganz außergewöhnliche Situationen erlebten, wie

  • das eigene Geschäft zu schließen
  • die eigenen Mitarbeiter in Kurzarbeit bzw. erstmals ins Homeoffice zu schicken
  • keine Planungssicherheit zu haben.

 

Geschichte schreiben
Schnell wurde mir bewusst: Viele Unternehmen schreiben jetzt Geschichte! Und sie sollten das auf alle Fälle festhalten! Das war dann auch Futter für meinen Blog-Artikel zu diesem Thema. Darauf gab es viele positive Rückmeldungen von Kunden. Das Thema schaffte es sogar in den Markt-Teil der Vorarlberger Nachrichten.
Und direkt aus dieser Erfahrung entstand dann sehr rasch mein erster Online-Kurs. Die sonst – ach so schwierige – Technik war plötzlich meisterbar und überhaupt kein Problem mehr. So konnte ich einigen Unternehmen dabei helfen, ihre Erlebnisse während der Krise festzuhalten und so für die Zeit nach der Krise verfügbar zu machen. Das Festhalten dieser Erinnerungen und Ereignisse war mir persönlich ein wichtiges Anliegen. Denn so haben diese Unternehmen später nicht nur blasse Erinnerungen an die Krise, sondern können in lebendigen Bildern davon erzählen

Dabei habe ich Lust bekommen, mein Wissen auch zukünftig in Online-Kursen weiterzugeben und einem größeren Publikum zu erschließen. 2021 werde ich definitiv an weiteren Kursformaten arbeiten und anbieten. Also: #staytuned! und abonnieren Sie am besten gleich den historizing-Newsletter. Darin erfahren Sie immer als Erste, wenn es einen neuen Kurs von historizing gibt!

Fazit
Mir ist klar, dass das Anbieten von Online-Kursen ein weites Feld ist und da noch viel Luft nach oben ist. Aber weil es mir so viel Freude macht,

  • mich damit zu beschäftigen und
  • mein Wissen einer noch breiteren Zielgruppe weitergeben zu können

hören Sie 2021 sicher noch mehr von mir aus dieser Richtung.

2020 bot historizing erstmals ein Online-Programm an: Damit bekamen Unternehmen eine ausführliche Anleitung, um die Auswirkungen der Krise auf die eigene Firma festzuhalten und zu archivieren.

> Mein neues Traum-Büro

 

Seit November 2017 bin ich Mieterin im Coworking Space des Campus V – und ich fühle mich nach wie vor sehr wohl dort. Ich schätze den kurzen Arbeitsweg von meinem Zuhause aus dorthin. Mich freut noch immer das professionelle Umfeld mit gemeinschaftlich nutzbaren Meetingräumen und Lounge mit Barbereich. Aber wenn ich heute zurückblicke, dann muss ich zugeben: Ein bisschen beengt war es in meinem Büro mittlerweile schon mit dem vollen Bücherregal entlang der gesamten Wand und den zwei Schreibtischen mitten im Raum.

Als ich daher im Frühjahr ganz überraschend davon erfuhr, dass mein absolutes Traumbüro auf derselben Etage frei wird, überlegte ich hin und her: Sollte ich umziehen und im Corona-Jahr tatsächlich in eine höhere Miete investieren? Und warum dachte ich überhaupt, dass es ein Traumbüro sei?

  • Erstens, weil es etwas größer und annähernd quadratisch vom Grundriss her ist.
  • Zweitens, weil es ein Eckbüro mit raumhohen Glasfronten an zwei Seiten ist und daher selbst im Winter – wenn die Sonne tief steht und das Vorarlberger Rheintal oft im Nebel versinkt – erfreulich hell ist.
  • Und drittens bietet es einen schönen Ausblick auf die Dornbirner Ache, die hinter dem Gebäude vorbeifließt – also ideal, um auch beim Arbeiten im Fluss zu bleiben.

Wie die Entscheidung ausfiel? Schließlich zugunsten des neuen Büros! Am ersten Juli 2020 zog ich mit meinen Möbeln und den vielen Büchern vier Türen weiter. Bald fühlte ich mich in meiner Entscheidung bestätigt. Denn bald merkte ich: Mehr Raum und Licht geben auch dem Denken und der Kreativität mehr Platz.

Fazit
Nach einem halben Jahr Arbeiten im neuen Büro kann ich im Rückblick sagen, dass der Umzug jeden einzelnen Cent wert war!

Der Umzug in ein neues Büro im Sommer 2020 war im Rückblick die genau richtige Entscheidung.

> beim Anniversary Marketing Summit live dabei

 

Anfang des Jahres schrieb ich in meinen Kalender: 2021 besuche ich „The Anniversary Marketing Summit“ in Chicago. Ich gebe zu: Es war ein klarer Fall von #thinkbig, extra für diese eintägige Veranstaltung nach Chicago fliegen zu wollen. Aber man soll sich ja große Ziele setzen.

Natürlich konnte diese alljährliche Konferenz zum Thema Firmenjubiläum – Corona bedingt – nicht vor Ort stattfinden. Stattdessen stellten die Veranstalter nun ein spannendes Online-Programm zusammen und ließen Vertreter namhafter Firmen wie Deloitte, Southwest Airlines, the National Football League oder Campbell Soup Company von ihren Erfahrungen beim Firmenjubiläum erzählen.

Das war natürlich meine Chance: Ohne nach Chicago fliegen zu müssen, konnte ich so – bequem vom eigenen Schreibtisch aus – einfach online den interessanten Erfahrungen und Strategien lauschen.

Fazit
Im Jahresrückblick 2020 freue ich mich, dass – Corona sei Dank – einer meiner Wünsche für 2021 schon dieses Jahr in Erfüllung ging!

Bequem vom eigenen Schreibtisch aus konnte ich dieses Jahr am Marketing Anniversary Summit in Chicago teilnehmen.

Was wartet 2021 auf historizing?

Ich bleibe weiterhin neugierig und bin sehr gespannt auf das, was 2021 alles für historizing möglich ist! Auf jeden Fall gibt es Themen, die ich aus meinem Jahresrückblick 2020 mitnehme und auf meine todo-Liste für 2021 setze. Das sind etwa folgende:

 

> Eigenes Buch
Im Frühjahr 2021, wenn ich das fünfjährige Jubiläum des historizing-Blogs feiere, ist meiner Meinung nach ein guter Zeitpunkt, endlich das eigene Buch in Angriff zu nehmen. So kann ich mein gesammeltes Wissen und meine Erfahrung aus den letzten Jahren einer noch größeren Zielgruppe in kompakter Form weitergeben.

 

> Weitere Online-Kurse
2020 gab es Corona bedingt den ersten Online-Kurs von historizing. Und weil mir das Wissenteilen so viel Freude gemacht hat, werden 2021 weitere Kurse rund um das Thema Unternehmensgeschichte folgen.

 

> Motto für 2021: Wachstum!

Das Jahresmotto für historizing ist in verschiedene Richtungen zu verstehen. Der Wunsch nach Wachstum bezieht sich auf

  1. Erweiterung des Methoden-Repertoires von historizing,
  2. Erfahrung mit neuen, spannenden Projekten und den Menschen dahinter,
  3. Erweiterung des Partner-Netzwerks,
  4. Sichtbarkeit auf Online-Medien
  5. und natürlich auch auf den Umsatz!

Schon jetzt freue ich mich darauf, im nächsten Jahr jene Punkte abzuhaken, bei denen dieser Wunsch dann tatsächlich Realität geworden ist!


Fazit

Auch wenn die Zahl der “harten Nüsse” und “weichen Rosinen” in 2020 mehr oder weniger ausgeglichen scheint, wird mir dieses besondere Jahr für historizing eher positiv in Erinnerung bleiben. Genauso wie die letzte Tafel Traube-Nuss-Schokolade, die ich unlängst genüsslich verputzt habe 🙂

 

Friederike Hehle

2 Kommentare
  • Friederike Hehle

    02.01.2021at14:23

    Liebe Agnes!
    Vielen Dank für deine Nachricht! Ja, 2020 war nicht immer nur easy going. Aber wie wir alle wissen: Gerade dann lernt man besonders viel, wenn nicht alles nur einfach und problemlos läuft!
    Ein erfolgreiches 2021 wünscht dir
    Friederike

  • Agnes Zeiner

    01.01.2021at12:45

    Liebe Friederike,
    Vielen Dank für den sehr persönlichen Rückblick auf ein nicht immer einfaches Jahr. Trotzdem bist du inspirierend positiv und innovativ – ein Vorbild, sowohl menschlich wie auch geschäftlich. Weiterhin alles Gute und auf ein gutes 2021! Bis bald, Agnes

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