Mohrenbrauerei: Ein Museum als Image-Faktor

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1998 übernahm Heinz Huber die Geschäftsführung der Mohrenbrauerei in 6. Generation. Seine Vision von einem Museum am Stammsitz im Dornbirner Zentrum ist schon älter. Auf sein Betreiben hin kaufte die Brauerei bereits 1989 eine historische Brauanlage aus dem 19. Jh. Sie ist heute Herzstück des Mohren-Museums und Lieblings-Ausstellungsstück des geschichts-begeisterten Geschäftsführers. Ein halbes Jahr nach der Museums-eröffnung sprach ich mit ihm über seine Sammelleidenschaft, den Aufbau des Museums sowie dessen Nutzen für das Unternehmen.

Herr Huber, wie hat Ihre Sammelleidenschaft begonnen?

 

Schon als Kinder haben wir im Hof der Mohrenbrauerei mit den Bierkisten – damals noch aus Holz – gespielt und die Etiketten der leeren Flaschen abgelöst. Leider habe ich sie heute nicht mehr! Von meiner Praxiszeit als Techniker im Ausland, unter anderem in Deutschland, habe ich Bierflaschen mitgebracht und damit zu sammeln begonnen. Und so bin ich in die Sammlerkreise in Vorarlberg hinein gerutscht. Als 1989 die alte Brauanlage des Gasthaus Schäfle in Satteins zum Verkauf stand, haben wir zugegriffen und sie so vor der Verschrottung gerettet. Mein Vater und Onkel meinten damals nur: „Du wirst schon wissen, was du mit dem Schrotthaufen anfangen kannst!“ Seitdem lag die Anlage hier am Stammsitz der Mohrenbrauerei auf Lager, bis wir sie umfassend restauriert und letztes Jahr im Museum wieder aufgestellt haben.

 

Inwiefern waren Sie persönlich in die Konzeption der Ausstellung eingebunden?

 

Von Anfang an hatte ich ein ganz klares Bild davon, wie die Ausstellung sein sollte. Zunächst war es einmal wichtig, dass ein Architekt hier am Stammsitz die notwendigen Flächen für ein Museum geschaffen hat. Und dann hat Vogel Audiovision aus Linz ein Konzept für die Ausstellung vorgelegt, vor allem multimedial. Mir war es besonders wichtig, dass wir diesen Vorschlag um ein paar Vitrinen mit echten Ausstellungsstücken aus unserer Sammlung ergänzt haben. Die Arbeit an der Konzeption hat sehr viel meiner Zeit beansprucht – und das neben dem normalen Tagesgeschäft.

 

Was war für Sie die größte Herausforderung bei der Konzeption der Ausstellung?

 

Am meisten beschäftigt hat mich die Beschaffung der Materialien, also der Fotos und Dokumente über unser Unternehmen. Ich habe ehrlich gesagt unterschätzt, wie viel Zeit es braucht, sie heraus zu suchen, in der richtigen Auflösung zu digitalisieren und an unsere Partner weiter zu leiten. Und wenige Tage vor der Eröffnung bin ich selbst noch durch Vorarlberg gefahren, um fehlende Fotos von verschiedenen ehemaligen Brauereien zu machen. Bis zuletzt hat die Ausstellung viel Einsatz gefordert!

Wenn wir etwas machen, dann g’hörig! sagt Heinz Huber.

Welche Tipps geben Sie anderen Unternehmen, die ein Museum einrichten möchten?

 

Größe und Umfang eines Museums hängen meiner Meinung nach von der Branche des Unternehmens ab. Sie sind vor allem auch davon abhängig, ob das Unternehmen mit Endverbrauchern zu tun hat oder nicht. Ich finde, die Braubranche ist prädestiniert für ein Museum, denn mit Bier sind sehr viele Emotionen verbunden. Bei Unternehmen, die überwiegend Geschäftskunden haben, genügt vielleicht eine Präsentation ihrer Geschichte beim Empfang oder in den Besprechungszimmern.

 

Zum Abschluss: Was bringt das neue Museum der Mohrenbrauerei?

 

Seit wir hier am Stammsitz vor ein paar Jahren die Creativ Brauerei eingerichtet haben und Seminarräume extern vermieten, erleben wir großen Zuspruch für unsere Mohren Biererlebniswelt. Das neue Museum ist Teil davon und trägt eindeutig positiv zum Image der Mohrenbrauerei bei. Bis Ende 2016 waren rund 1.000 Besucher im Museum. Es waren weniger Einzelbesucher, sondern eher Gruppen, die die Ausstellung mit einer Führung besichtigt haben. Aus ganz Vorarlberg sind sie gekommen, aber auch aus Deutschland und der Schweiz. Das Museum wirkt also über unseren Kernmarkt hinaus.

 

Danke, Herr Huber, für unser Gespräch und viele Besucher weiterhin!

 

Mohrenbrauerei Biererlebniswelt

Facts zum Museum

Museum in der Mohren Biererlebniswelt
700 m² Ausstellungsfläche auf vier Etagen
Öffnungszeiten: Do 10-20 Uhr, Fr+Sa 10-18 Uhr und So 10-17 Uhr
Eröffnung am 22. Oktober 2016
Hier geht’s zum Museum

 

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2 Kommentare
  • Friederike Hehle

    08.04.2017 um 08:41

    Danke, Sabine! Derzeit ist es das größte Firmenmuseum in Vorarlberg, weitere Initiativen dieser Art sind herzlich willkommen!

  • Sabine Spiegel

    07.04.2017 um 20:03

    Eine ganz schöne leckere Ergänzung des touristischen Angebots in Dornbirn und ein Vorzeigeprojekt der heimischen Wirtschaft. Danke für den Beitrag Fritzi!

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