Warum ich mich mit Unternehmensgeschichte beschäftige

WHY bei historizing

“Persönlichkeiten, die uns inspirieren, erklären nicht was sie tun, sondern warum sie etwas tun”, sagt der US-amerikanische Autor und Unternehmensberater Simon Sinek in seinem viel beachteten TED Talk. “Start with Why”, rät er darin. Wir sollen also immer mit dem “Warum” hinter dem, was wir machen, beginnen. Das habe ich mir auch für historizing überlegt: Warum beschäftige ich mich mit Unternehmensgeschichte? Was ist das WHY bei historizing?

 

Der Goldene Kreis

 

Simon Sineks Überlegungen liegt ein Konzept, das er „Golden Circle“ nennt, zugrunde. Sein Goldener Kreis besteht aus einem inneren Kern sowie einem mittleren und einem äußeren Kreis, ähnlich dem Aufbau einer Zwiebel. Den inneren Kern bezeichnet er mit WHY/Warum, den mittleren HOW/Wie und den äußeren WHAT/Was. Während seiner Meinung nach erfolgreiche Menschen von innen nach außen kommunizieren, machen es weniger erfolgreiche genau umgekehrt. Das heißt, großartige Führungspersönlichkeiten erzählen immer zuerst, warum sie etwas machen bevor sie sagen, wie und was sie machen. Umgelegt auf Unternehmen bedeutet dies, dass Menschen nicht das kaufen, was ein Unternehmen macht, sondern warum es etwas macht. Bestes Beispiel dafür ist der Elektronikkonzern Apple.

Golden Circle

Abbildung: eigene Grafik in Anlehnung an Simon Sinek

WHY bei historizing

 

Ganz ehrlich: Wie oft erzählen Sie, warum Sie Ihren Beruf machen, wenn Sie danach gefragt werden? Wahrscheinlich geht es Ihnen so wie mir: Sie sprechen ausführlich über die Produkte oder Leistungen, die Ihr Unternehmen anbietet. Vielleicht erzählen Sie noch, wie Sie Ihre Arbeit machen, also mit welchen Schritten Sie zum Ergebnis kommen. Das Warum bleibt aber meistens auf der Strecke. So haben wir das gelernt und vielfach in Gesprächen angewendet.

Vielleicht ist es mir auch deshalb anfangs so schwer gefallen, mir über das Warum hinter historizing bewusst zu werden. Inzwischen habe ich schon etwas Übung, denn Simon Sineks Vortrag sah ich das erste Mal vor mehr als einem Jahr. Seitdem übe ich mich immer wieder darin, das Warum von historizing an die erste Stelle zu setzen, wenn ich von meiner Geschichtsagentur erzählen soll.

Es führt mir immer wieder vor Augen, was mich an meiner Arbeit motiviert und mich dauerhaft begeistert. Und es ist das, was meine Augen zum Strahlen bringt, wenn ich von historizing erzähle.

Warum beschäftige ich mich bei historizing mit Unternehmensgeschichte?

 

1. Weil Geschichte schon in der Schule eines meiner Lieblingsfächer war. Nicht ohne Grund habe ich später sowohl Handelswissenschaft als auch Kunstgeschichte studiert.

2. Weil mich die Geschichte von Unternehmen besonders interessiert: Wie haben sie sich im Laufe der Zeit entwickelt? Was hat sie beeinflusst? Was hat sie herausgefordert? Welche Hürde haben sie erfolgreich gemeistert?

3. Weil der Suche nach Details aus der Unternehmensgeschichte in Archiven und Bibliotheken oder bei Gesprächen mit Zeitzeugen meine ganze Leidenschaft gehört.

Arbeiten an Unternehmensgeschichte

Foto: Angela Lamprecht Fotografie

4. Weil ich gerne schreibe und die Zahlen, Daten und Fakten sowie Geschichten über das Unternehmen in Worte fasse.

5. Weil ich es sehr schätze, dass meine Arbeit nachhaltig ist: Viele Informationen und Geschichten, insbesondere von Zeitzeugen, gingen früher oder später verloren. Durch meine Arbeit bleiben sie auch kommenden Generationen erhalten.

6. Und weil ich davon überzeugt bin, dass die Geschichte ein wahrer Schatz für das Unternehmen ist: Nichts transportiert die in einem Unternehmen gelebten Traditionen bzw. einer Marke zugrunde liegenden Werte glaubwürdiger, als seine Geschichte(n).

Und jetzt sind Sie dran!
Warum machen Sie das, was Sie (beruflich) machen? Erzählen Sie uns davon hier unten im Kommentar!

 

Sie wollen keinen Blog-Beitrag mehr verpassen?
Dann abonnieren Sie den regelmäßig erscheinenden Newsletter!

 

 

Friederike Hehle

Keine Kommentare

Kommentar verfassen