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Loacker Buch historizing

Wie das Buch für Loacker Recycling entstand

Mehr als zwei Jahre arbeitete ich mit Nadine Loacker am Buch über die Geschichte von Loacker Recycling. Mit ihr habe ich nun auf die gemeinsame Arbeit zurückgeschaut. Im Interview erzählt sie, wie sie die Entstehtung des Buchs erlebt hat, was sie besonders überrascht hat und wie sie mit der Geschichte und den Geschichten aus dem Buch im Marketing des Unternehmens arbeitet.

Hören Sie rein in mein Gespräch mit Nadine Loacker – aber Achtung: es ist in Vorarlberger Dialekt 🙂

 

Sie verstehen kein Wort? Kein Problem! Hier lesen Sie das Gespräch in Hochdeutsch 😉

Nadine, wir haben über zwei Jahre an dem Buch gearbeitet, das ist eine lange Zeit! Wie hast denn du dir am Anfang die Arbeit am Buch vorgestellt?

Ja, also am Anfang, als ich euch [gemeint sind Friederike Hehle und René Dalpra] kennenlernte, da war ich mir doch sehr unsicher, ob ich das wirklich schaffe! (lachen) 

Ich hoffe, das lag nicht an uns? (lachen)

Nein. Die ganze Suche nach Bildern: Wo soll ich als erstes anfangen? Frage ich pensionierte Mitarbeiter, gehe ich zu meiner Oma? Hat die überhaupt was? Das einzige, das ich wusste, war, dass meine Mama einen braunen Ordner mit Fotos gesammelt hatte. Ich glaube, das war das einzige, das ich im Hinterkopf hatte. Von sonstigen Sachen habe ich gar nichts gewusst. Ich wusste nicht, dass mein Papa Zeitungsberichte immer schon in Schachteln gesammelt hatte und dass wir auch noch so viele Dias in der Firma haben. Das war mir alles nicht bekannt. Ja, das war ein ziemlicher Schreck [am Anfang]. Ich habe mir zwar überlegt: Ja, das könnte alles super aussehen. Dann hätten wir endlich einmal alles gesammelt in einem Buch, weil mir das auch gefallen hat. Weil ich kurz davor auch von dem Wilhelm+Mayer-Projekt gehört habe. Und da dachte ich mir: Das wäre für uns auch eine tolle Sache. Aber über die Arbeit habe ich mich [anfangs] nicht hinaus gesehen.

Es ist herrlich, wenn du als Endprodukt ein so tolles Buch in Händen hältst, das du wirklich als Nachschlagewerk verwenden kannst.

Du hast dich dann trotzdem eingelassen auf das Thema und fleißig gesammelt. Was hat dir denn bei der Arbeit am Buch besonders gefallen?

Wirklich sich mit pensionierten Mitarbeitern unterhalten! Man hat so viele Geschichten von früher erfahren, von denen ich keine Ahnung hatte. Auch wie lange der Sigi [Berchtold] wirklich schon dabei war. Wie das damals war mit dem riesigen Computer, als meine Mama [ins Unternehmen] eingestiegen ist. Sigi hat ja dann erzählt, man habe einen Philips-Computer – ein riesen “Trum” – das habe man angeschleppt mit vier Leuten, damals in der Brunnengasse ins Büro hinein getragen ganz hinten, dann sei das auch noch richtig warm geworden, der Computer habe eine Hitze ausgestrahlt, das sei auch nicht immer so lustig gewesen, gerade im Sommer sei es ziemlich warm geworden. Ja, so die Anfangszeiten, von denen ich als Kind damals nichts mitbekommen habe, da war ich auch noch relativ klein. Das war ganz interessant! Auch der Franz Blauensteiner, das Interview mit ihm war sehr spannend. Wie das mit dem Shredder war: Das habe ich auch nicht gewusst, dass sie so viel Material gesammelt haben und das innerhalb einer Woche weg war. Als sie gemeint haben, sie hätten monateweise Arbeit damit. So wirklich die Geschichten von früher von den Mitarbeitern, was sie alles so erzählt haben, was sie alles erlebt haben – das war für mich spannend und aufschlussreich.

 

Was hat euch damals überzeugt, dass ihr gesagt habt: Wir machen ein Buch über die Geschichte von Loacker, die Arbeit tun wir uns an?

Also mich überzeugt hat: Ich wollte einfach einmal etwas, in dem ich nachschlagen kann, auf Fragen hin, die die Leute stellen. Zum Beispiel das mit dem Isabocker, das ist öfter vorgekommen. Wie ist die Geschichte dahinter? Es war ja bei uns nichts aufgeschrieben. Es war alles nur gesammelt irgendwo. Ich habe eigentlich gar nicht gewusst zuerst wo. Mein Papa hat mir dann erklärt – wie gesagt – er hat ein paar Sachen gesammelt, die Mitarbeiter hatten noch vereinzelt ein paar Fotos. Es war aber nichts irgendwo ordentlich sortiert. Es war alles ein riesengroßes Durcheinander. Und das ist herrlich, wenn du nachher als Endprodukt ein so tolles Buch in Händen hältst, das du wirklich als Nachschlagewerk verwenden kannst. Das du jedem Mitarbeiter geben kannst: Du, informiere dich, wenn du einiges nicht weißt. Oder auch sonst interessierten Leuten. Wir haben auch immer Anfragen von FH-Studenten gehabt: Wie ist die Geschichte? Was macht ihr jetzt? Jetzt können wir ihnen dieses Buch geben und als pdf sogar schicken zukünftig. Und jeder kann sich quasi seine nützlichen Informationen da heraussuchen.

historizing Friederike Hehle Nadine Loacker

Friederike Hehle (li.) und Nadine Loacker (re.) im Gespräch. (Foto: Loacker Recycling)

Welches Fundstück aus eurer Geschichte hat euch denn am meisten überrascht?

Auf deine Nachforschungen hin ist herausgekommen: Wir sind nicht 1886 – wie wir ja immer angekündigt haben – sondern 1876 gegründet worden. Also das hat mich sehr überrascht! Wir waren zehn Jahre älter als gedacht!

Was hat dich denn am meisten herausgefordert bei der Geschichte, wo hattest du besonders viel Arbeit?

Okay, also erstens bei den Filmstills. Wir wollten einfach, dass sehr, sehr viele Mitarbeiter auch im Buch vorkommen. Und da war dann auch die Idee: Nehmen wir so viele Mitarbeiter heraus aus Filmen, die wir [in der Vergangenheit] gemacht haben und packen sie in eine Geschichte hinein, die dann Externe auch lesen können und verstehen, was wir den ganzen Tag bei Loacker so machen. Da die richtigen Stellen herauszufinden, das war sehr viel Arbeit und da war ich wirklich viele Stunden dran! Aber auch das Thema mit dem Datenschutz, das Anfang Mai gekommen ist, das hat wirklich Wellen geschlagen. Das hat bei uns auch viele Mitarbeiter in den Zweigstellen mit Arbeit zugedeckt. Wir hatten ja dann die Idee, die Vornamen im Buch zu nennen. Und nur die Vornamen, das war schon das Thema, du musst die Unterschrift einholen. Ja, und dann haben wir versucht, wirklich von rund 1.300 Mitarbeitern die Unterschrift einzuholen. Schlussendlich sind es dann etwa 800 geworden, doch einige! Ja, das war sehr viel Arbeit, sehr viele Stunden und auch viele Mitarbeiter, die mir da geholfen haben, alle Unterschriften einzuholen. Auch bei ihnen muss ich nochmals DANKE, DANKE sagen, dass sie mich unterstützt haben, weil: Alleine hätte ich das nie geschafft!

Ja, die Datenschutzgrundverordnung hat viele herausgefordert. Was, denkst du, bringt das Buch insgesamt dem Unternehmen?

Ja – wie schon gesagt – als Nachschlagewerk – perfekt! Für jeden neuen Mitarbeiter, das kannst du ihm in die Hand drücken, er kann sich da hinein lesen und weiß dann eigentlich schon sehr viel über uns. Auch sonst für jeden Interessierten, für die Kunden, ein tolles Produkt, ein tolles Geschenk, das man geben kann, das nicht jeder hat.

Okay, eine abschließende Frage: Wie hilft dir das Buch? Du bist im Bereich Marketing tätig – wie kannst du damit arbeiten im Marketing?

Also wie du sicher auch schon gesehen hast, sind wir schon seit einigen Wochen dabei, verschiedene Video-Clips auf Instagram und Facebook zu posten. Die kommen relativ gut an, wie man anhand der Clicks sieht. Und das Interesse ist wirklich sehr, sehr groß – vielleicht auch, weil die Protagonisten so authentisch sind. Sie sprechen wirklich frei von der Leber weg. Ich denke, darum kommt das auch so gut an!

Okay, dann sage ich vielen Dank!

Danke auch!

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