lavazza museum turin

Turin hat ein neues Highlight: Das Lavazza Museum

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Vor mir zischt eine auf Hochglanz polierte Kaffeemaschine. Der verführerische Duft nach frisch gerösteten Kaffeebohnen liegt in der Luft. Und im nächsten Moment platziert der attraktive Barista ein schickes Espresso-Tässchen vor mir auf der Theke. Gefüllt mit dampfend heißem Kaffee und perfekter goldbrauner Crema obendrauf – ein Traum! Blöd, dass ich als überzeugte Teetrinkerin nie Kaffee trinke! Aber heute mache ich eine Ausnahme! Weil mich das, was ich bis dahin im Museo Lavazza gesehen habe, wirklich begeistert hat. Neugierig geworden?

Kaum in Turin angekommen heißt es für mich: Auf ins Museum! (Foto: privat)

Museo Lavazza – Eine Reise in die Geschichte des italienischen Kaffees

 

Seit dem Frühjahr 2018 kann man in Turin über Wolken gehen, zumindest wenn man es wörtlich nimmt. „Nuvola Lavazza“ – also Lavazza-Wolke – heißt die neue Unternehmenszentrale des gleichnamigen Unternehmens im historischen Stadtteil Aurora. Zur Lavazza-Wolke gehören:

 

  • das neu errichtete Bürogebäude für rund 600 Mitarbeiter,
  • das Institut für angewandte Kunst und Design,
  • ein Veranstaltungszentrum in einem ehemaligen Kraftwerk und
  • das Museum in einem historischen Gebäude. Seit ich in online von diesem neuen Turiner Hotspot gelesen habe ist klar: Das muss ich sehen!
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Die Ausstellung im Lavazza Museum dreht am Rad der Zeit, ich am Rad der historischen Kaffeemühle. (Foto: privat)

Alles beginnt in der Casa Lavazza!

 

Und schon stehe ich mittendrin in der Geschichte: Turin 1885. Der junge Luigi Lavazza folgt dem Ruf des Abenteuers. Der Bauernsohn zieht vom Land in die Stadt, mit nichts in der Tasche als 50 geliehenen Lire. Zuerst als Kellner, dann als Verkäufer arbeitet er hart, um seine Schulden zu tilgen. Schließlich bringt er es bis zum Direktor einer Zündholzfabrik. Als er 1895 ein kleines Lebensmittelgeschäft in Turin kaufen kann, packt er die Gelegenheit beim Schopf. Kaffee ist damals nur einer von vielen Artikeln in Luigi Lavazzas Geschäft, aber bald entdeckt er das Potenzial des braunen Goldes…

…so beginnt die Geschichte des Kaffeeveredlers und -vertreibers, der heute als Marktführer im italienischen Einzelhandel gilt. Noch immer ist das Unternehmen in Familienbesitz, mittlerweile in der vierten Generation. Da gibt es so manche Geschichte(n) zu erzählen.

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Smart Coffee Cup. Mit der „intelligenten“ Espresso-Tasse, die ich beim Eingang bekomme, kann ich in der Ausstellung Installationen aktivieren, zusätzliche Informationen abfragen und persönliche Erinnerungen an den Museumsbesuch sammeln. (Foto: privat)

Wie erfahre ich die Geschichte(n) im Lavazza Museum?

 

In Zahlen und Fakten

Eine Wand mit den wichtigsten Meilensteinen von 1895 bis 2015 liefert das Zahlengerüst zur über 120-jährigen Geschichte.

 

In Bildern und Objekten

Im ganzen Raum verteilt sind unzählige historische Fotos, Abbildungen und Objekte – sie alle laden ein, die Geschichte(n) mit eigenen Augen zu sehen.

 

In Geschichten

An einigen Stationen bietet die Ausstellung einen tieferen Blick in die Geschichte: Etwa an dem Tischchen, das von Mario Lavazzas Schiffsreise nach Brasilien in den 1930er-Jahren erzählt. Hier bestaune ich das Modell des damaligen Ozeandampfers, der quer über das Tischchen zu gleiten scheint. Ich bewundere die Schwarz-Weiß-Fotos der Brasilien-Reise und  stille schließlich meine Neugier in einer Schublade: Hier „versteckt“ sich ein Brief, den Mario und seine Frau Emilia an Vater Luigi während der Reise geschrieben haben.

 

Multisensorisch

Das Horn eines Schiffs ertönt im Hintergrund, ich höre Möwen kreischen und schließlich Samba-Rhythmen im Hintergrund. Das macht Mario Lavazzas Brasilien-Reise noch eindrücklicher. Und als ich an der ausgestellten historischen Kaffeemühle drehe, steigt mir plötzlich der Duft von frisch gemahlenem Kaffee in die Nase. Die Ausstellung aktiviert also sämtliche Sinne!

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In einem gemütlichen Ohrensessel kann ich ganz entspannt der Lavazza-Geschichte lauschen. (Foto: privat)

Weiter geht’s durch die Fabbrica zur Piazza und dann ab ins Atelier!

 

In der Fabbrica mache ich eine Reise durch die Welt des Kaffees. Hier erfahre ich vom aufwändigen Produktionsprozess, von der Plantage bis zur Tasse. So lerne ich etwa, dass es zwei Hauptsorten Kaffee gibt: den süß-aromatischen Arabica und den stark-vollmundigen Robusta. Und ich lerne, dass es auf die Mischung ankommt. Sie macht den besonderen Kaffeegenuss aus.

Nun geht es zur Piazza, dem Zentrum einer jeden italienischen Stadt. Hier treffen sich Freunde auf eine gute Tasse Kaffee, hier werden neue Ideen leidenschaftlich diskutiert. Die Piazza steht auch sinnbildlich für Turin und Lavazza: Hier, in der Hauptstadt der Lombardei, wurde 1884 die erste Espresso-Maschine vorgestellt. Und Lavazza sorgte in den folgenden Jahrzehnten dafür, dass Generationen von Espresso-Maschinen immer mehr an Popularität gewannen.

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Kaffee-Express! Mit dieser orangen Autobar war Lavazza viele Jahre ins Sachen Kaffee unterwegs. (Foto: privat)

Im Atelier heißt es schließlich „Licht, Kamera, Action!“ Hier zeigt das Museum die bunte Welt der Lavazza-Werbung aus den letzten 70 Jahren. Ich staune, mit welch bekannten Testimonials und Künstlern Lavazza seit den 1940er-Jahren immer wieder zusammen gearbeitet hat: etwa mit Tennisprofi Andre Agassi, Opernsänger Luigi Pavarotti, Schauspieler Nino Manfredi und namhaften Fotografen wie Helmut Newton und Annie Leibovitz – beeindruckend!

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„Experience Lavazza“ heißt es an der letzten Station des Museums – an dieser Kaffeebar kommt niemand vorbei! (Foto: privat)

Facts zum Museum

Museo Lavazza
Via Bologna 32a
10152 Torino TO, Italien
Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag 10.00 – 18.00 Uhr

Hier geht’s zum Museum!

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