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Corona: Warum Sie sich jetzt um Ihre Firmengeschichte kümmern sollten

Für einige meiner Kunden steht die Welt gerade Kopf: Ihr Ladengeschäft ist geschlossen, ihre Mitarbeiter sind in Kurzarbeit und der Cashflow leidet. Kein Management-Fehler, den sie sich vorzuwerfen haben, sondern höhere Macht. Wer hätte das noch vor wenigen Wochen für möglich gehalten?

Als Optimistin glaube ich: Im Rückblick kann die Corona-Krise einen Wendepunkt, einen Meilenstein in der eigenen Firmengeschichte markieren. Weil jetzt wichtige Entscheidungen fallen, die die Zukunft des Unternehmens beeinflussen – mit durchaus negativen, hoffentlich aber überwiegend positiven Auswirkungen. Um später davon erzählen zu können, sollten Unternehmen jetzt ihre Erlebnisse während der Krise festhalten.

Wie RE-Gnose dabei hilft

In seinem Blogbeitrag „Welt nach Corona“ stellt Zukunftsforscher Matthias Horx RE-Gnose vor – eine Übung, die er auch mit seinen Kunden macht. Im Gegensatz zur allseits bekannten PRO-Gnose schaut man mit dieser Technik nicht in die Zukunft, sondern von der Zukunft aus zurück ins Heute. Meine leidgeprüften Kunden würden also rückblickend etwa so über die Corona-Krise sprechen:

„Hej, wir haben es geschafft, wir sind wieder zurück! Anstrengende Zeiten liegen hinter uns, jetzt im September 2020. Quasi über Nacht brach im Frühjahr unser Geschäft wegen Corona ein, einfach so. Am Anfang fühlten wir uns total hilflos. Aber wir blieben erstaunlich ruhig, und nützten die viele Zeit, die wir davor irgendwie nie hatten (oder eher: uns nie genommen hatten): für uns selbst, für unsere Familie und für unser Unternehmen. Wir überlegten: Was passt gut? Was passt nicht mehr – vielleicht schon länger, als wir uns selber eingestehen wollen? Dabei lernten wir extrem viel, etwa:

  • Als Team können wir auch über Distanz kommunizieren. Tele- und Videokonferenzen gehören jetzt zu unserem Alltag – weil wir gesehen haben, dass sie funktionieren und produktiv sind.
  • Statt immer auf allen Social-Media-Kanälen präsent zu sein, kommunizieren wir jetzt wirklich nur noch dort, wo wir etwas Wichtiges zu sagen haben. Das fühlt ich besser an und spart Zeit!
  • Die Zahlen zeigen es eigentlich schon länger: Die dritte Filiale läuft nicht und wir strampeln uns nur ab, um sie am Leben zu halten. Durch Corona haben wir jetzt endlich den Mut, sie zu schließen.”

 

Was macht die RE-Gnose mit uns?
Schauen wir vom Jetzt in die Zukunft, dann sehen wir oft nur Probleme, die kaum bewältigbar erscheinen. Eine RE-Gnose hingegen bildet eine Erkenntnisschleife. „Indem wir uns innerlich mit der Zukunft in Verbindung setzen, entsteht eine Verbindung zwischen Heute und Morgen und damit ein „Future Mind“, eine Zukunfts-Bewusstheit“, sagt Matthias Horx. Und weiter: „Wir verlassen die Angststarre und geraten wieder in die Lebendigkeit, die zu jeder wahren Zukunft gehört.“

Das brauchen Unternehmen jetzt
Diese Lebendigkeit der Zukunft vor Augen, um gut durch die Krise zu kommen. Denn indem sie die Zukunft visualisieren, sehen sie die aktuelle Krise als etwas Wichtiges und Positives in ihrer Firmengeschichte. Etwas, das notwendig ist, um die eigenen Stärken des Unternehmens zu erkennen. Die aktuelle Corona-Krise kann also ein wichtiger Meilenstein in der eigenen Firmengeschichte sein. Kümmern Sie sich daher jetzt darum, von welchen Geschichten aus der Krise Sie erzählen können!

Unternehmen brauchen jetzt eine lebendige Zukunft vor Augen, um gut durch die Krise zu kommen!

Das sollten Sie jetzt für Ihre Firmengeschichte tun

 

> Halten Sie die Krise fest!

Wenn Sie sich in wenigen Monaten, vielleicht im Herbst 2020, an die Corona-Krise zurückerinnern, dann hoffentlich überwiegend positiv. Vielleicht auch dankbar: Weil Sie wichtige Dinge über Ihr Unternehmen, Ihre Mitarbeiter, Kunden, Produkte oder auch sich selbst gelernt haben. Und Sie und Ihr Unternehmen jetzt davon profitieren. Wie es dazu kam, sollten Sie jetzt – mitten in der Krise – festhalten.

Ein wirklich berührendes Beispiel, wie das gehen kann, ist der Blogartikel von Hotelier Jürgen Krenzer. Darin erzählt von einer harten Woche in Zeiten des Corona-Virus‘: Montags besuchten er und seine Frau noch Branchen-Kollegen, um sich inspirieren zu lassen, wie sie ihr Hochzeitshotel in ein Wellness-Ressort umgebaut hatten. Fünf Tage später stand Jürgen Krenzers Welt Kopf: das eigene Hotel und Restaurant geschlossen, die Mitarbeiter in Kurzarbeit und das 127. Firmenjubiläum abgesagt – auf den dafür bestellten, frisch gebrauten 900 Litern Bier blieb er vorerst sitzen. Trotz der Misere blieb er fokussiert und richtete seinen Blick auf die Zukunft. Und das Wichtigste aus meiner Sicht: Er führte Tagebuch. Das half ihm nicht nur, die neue Situation irgendwie zu verarbeiten. Gleichzeitig schuf er damit ein wichtiges Dokument für seine Firmengeschichte.

Meine These
In der Zukunft, vielleicht schon in wenigen Monaten, sind Sie dankbar, wenn Sie sich Notizen über die Corona-Zeit in Ihrem Unternehmen gemacht haben. Denn sehr wahrscheinlich haben Sie dann etwas aus der Krise gelernt – und diese Erkenntnis könnte ein wichtiger Meilenstein Ihrer Firmengeschichte sein.

> Tipp Nr. 1
Fangen Sie heute noch heute an, Ihre Erlebnisse während der Corona-Krise festzuhalten! Schreiben Sie auf, was Sie in diesen Tagen bewegt. Interessant sind jetzt Fragen wie:

  • Wie ist Ihr Betrieb von der Corona-Krise betroffen?
  • Welche Arbeiten können Sie jetzt überhaupt noch machen?
  • Woher kommt (unerwartete) Unterstützung?
  • Weshalb funktioniert es mit der Kurzarbeit?
  • Wie bewahren Sie Ruhe?
  • Wie schauen Sie in die Zukunft?

Fragen Sie auch Ihre Kollegen, wie sie die Zeit des Corona-Virus in Ihrem Unternehmen erleben! Verschiedene Perspektiven bereichern Ihr Bild von dieser herausfordernden Zeit!

 

> Zeigen Sie die Krise!

Das Unheimliche am Corona-Virus ist, dass wir es nicht sehen. Was wir aber sehen, das sind die Auswirkungen, tagtäglich: Die menschenleeren Plätze und Straßen, die verwaisten Geschäfte und den ungewohnten Abstand, den wir zu unseren Mitmenschen halten. Auch in Ihrem Unternehmen zeigen sich die Auswirkungen der Krise auf verschiedene Art und Weise: in den Video-Konferenzen, die Sie mit Ihren Kollegen führen, am Arbeitsplatz, den Sie sich am Wohnzimmertisch eingerichtet haben oder am Produkt-Paket, das Sie einem Kunden bis vor die Haustüre zustellen.

Meine These
Wenn wir später über diese herausfordernde Zeit der Corona-Krise sprechen werden, dann wollen wir uns ihre Auswirkungen auch vor Augen halten können. Und zwar nicht in beliebigen Stock-Fotos, sondern in authentischen Bildern von Ihrem Unternehmen, aufgenommen während der Krise.

Tipp Nr. 2
Schnappen Sie sich Ihre Kamera oder Ihr Smartphone und fotografieren Sie:
die leere Betriebsstäte, die Videokonferenz im Homeoffice, das Schild „Wegen Corona haben wir geschlossen“ an der Eingangstür, die Fahrt mit dem Produkt-Paket zum Kunden – einfach alles, was das Corona-Virus in Ihrem Unternehmen gerade macht. Das dürfen natürlich auch Bilder sein, die die außergewöhnliche Situation mit einem Augenzwinkern zeigen 😉

Corona_Blumenkasse

Unternehmen, die jetzt nicht festhalten, wie kreativ sie während Corona waren – wie die Blumenwerkstatt Lenz in Dornbirn, vertun sich eine wertvolle Chance für die Zukunft: auf gute Geschichten für ihre Firmenhistorie.

Fazit

RE-Gnose ist eine wirkungsvolle Übung, mit der Sie sich in Zeiten der Krise auf Ihr Unternehmen in der Zukunft fokussieren können. Und die Zeit der Corona-Krise als einen Turning Point in der Firmengeschichte wahrnehmen können. In der Zukunft wollen Sie erzählen wie herausfordernd die Krise für Ihr Unternehmen war.  Sie wollen aber auch erzählen, wie gut Ihr Unternehmen diese Krise gemeistert hat. Damit Sie sich dann an die Details erinnern, greifen Sie jetzt zu Notizbuch und Kamera und halten Sie die sichtbaren Auswirkungen fest!

Wissen Sie nicht, wo anfangen?

Vereinbaren Sie einen Termin mit mir und lassen Sie uns darüber sprechen, wie Sie die Corona-Krise in Ihrem Unternehmen jetzt am besten festhalten!

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Friederike Hehle

4 Kommentare
  • Friederike Hehle

    06.04.2020at08:28

    Danke für die Blumen 🙂

  • Brini Fetz

    06.04.2020at07:56

    Super Blogeintrag – sehr schön formuliert!

  • Friederike Hehle

    01.04.2020at21:34

    Danke für die positive Rückmeldung zum Blogpost! Gerade jetzt schreiben Unternehmen auf vielfältige Art und Weise Geschichte – das sollte ihnen bewusst sein und später einen wichtigen Teil ihrer Firmengeschichte ausmachen.

  • Karl Jurka

    01.04.2020at21:11

    Ein bisschen mehr Geschichte würde uns und unseren Unternehmen gut tun! Gratulation zu dem Blog aus Berlin!

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